Entwerfen

2010.02.28

Aber so einfach ist es nicht mit dem “Entwerfen”. Die Nöte, die aus unserer wirtschaftlichen und ökologischen Misere sowie der allgemeinen Verunsicherung entstehen, hatten wir kürzlich in den Gitterkisten ausgemacht. Nun zeigt sich zudem bei Vitra, dass eine Ansammlung von “baukünstlerischen” Sonderlösungen zwar unterhaltsam sein mag, aber genauso wenig Initialzündung für eine Architektur des 21. Jahrhunderts bieten kann wie der öde Pragmatismus allerorten. Die Zeiten großer, individueller Entwurfsansätze scheinen vorüber und der Glanz der vermeintlichen Stars verblasst; das Meiste, was uns als Öko-Architektur vorgesetzt wird, kränkelt an gestalterischem Gleichmut, die Blobs liegen wie aufgeblasene Kartoffeln in der Gegend und neue Villen im Schinkel-Stile lassen das Blut in den Adern gefrieren – die Krise des Entwerfens ist offensichtlich.
Deswegen reden Architekten heute lieber von einer “Haltung”, die irgendwie alles erklären soll, was sie, die Architekten, bauen. Alles und nichts darf und kann man entwerfen und bauen, und warum soll man sich als Architekt dann noch anstrengen, eine “eigene Philosophie” mitzuliefern? “It is what it is” ist aber doch etwas zu wenig, um die Relevanz des Berufsstandes nicht aus den Händen gleiten und um die Gesellschaft nicht im Stich zu lassen – bei allem, was hier noch (um-) gebaut werden soll.

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